Grussworte

Grusswort der Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl

Liebe Pilgerinnen und Pilger, herzlich willkommen in Rom!

Zu Zeiten Luthers war die Reise deutlich beschwerlicher als sie heute für uns ist. Als er nach Rom kam, standen eher kritische Tage vor ihm. Bekanntlich gab es zwischen seinen Vorstellungen über die Kirche und dem tatsächlichen kirchlichen Handeln große Unterschiede. Darüber wollte er diskutieren. Das geschah leider ohne ein positives Ergebnis. So war sein Eindruck von Rom ziemlich schlecht.

Bild: Annette Schavan
Quelle: Botschaft am Heiligen Stuhl / Laurence Chaperon

500 Jahre später bemühen wir uns als Christen um die Wiedergewinnung der Einheit. Wir sind davon überzeugt, dass eine Einheit in Vielfalt die Überzeugungskraft des Christentums stärkt. Sie haben sich als große ökumenische Gemeinschaft auf den Weg „mit Luther zum Papst" gemacht, um die Ewige Stadt zu erkunden und Papst Franziskus zu besuchen. Das ist eine großartige Idee, wenige Monate vor dem Jahr des Reformationsjubiläums 2017. Rom ist für seine Besucherinnen und Besucher ein unerschöpfliches Buch der Geschichte. Sie finden Plätze, die wie Kulissen wirken; sie erleben in den Kirchen die Frömmigkeit von Menschen aus allen Regionen der Welt; sie staunen über die Werke großer Künstler; sie gehen durch stille Gassen ebenso wie durch die imposante Via della Conciliazione, die auf den Petersplatz führt. Sie stehen staunend vor den Kolonnaden des großen Baumeisters Bernini mit ihren 140 über 3 Meter großen Heiligenfiguren. Vor dem Petersdom stehen die Heiligen Petrus und Paulus, die Stadtpatrone von Rom und die Väter, die am Beginn der Kirche standen. Zu den neuen Errungenschaften in Rom gehört die Piazza Martin Lutero, eine grüne Oase auf einem römischen Hügel, die an seinen Besuch in Rom erinnert.

Es werden inspirierende Tage werden – davon bin ich überzeugt. Tage mit Begegnungen und Gesprächen, neuen Eindrücken und auch der Erfahrung, wie im Zentrum der Katholischen Kirche Ökumene gelebt wird. Für Sie im Zentrum steht ganz gewiss die Audienz mit Papst Franziskus, der gesagt hat: „Für mich ist die stärkste Kraft unseres Herrn die Barmherzigkeit."

Ich wünsche Ihnen eine gute Reise und freue mich, Sie am 10. Oktober 2016 in Rom willkommen zu heißen.

Ihre Annette Schavan
Botschafterin Deutschlands beim Heiligen Stuhl


Grusswort des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt

Bild: Dr. Reiner Haseloff
Quelle: Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt

Liebe Pilgerinnen und Pilger,

„Mit Luther zum Papst", so lautet der vielversprechende und provokante Titel dieser Pilgerreise. Ich freue mich über das vielfältige Interesse vor allem junger Menschen an der Reformation. Diese von Martin Luther ausgelöste und maßgeblich beeinflusste Bewegung war ohne jeden Zweifel eines der zentralen religiösen und geistesgeschichtlichen Ereignisse der Neuzeit. So wie der Reformator die Bibel ins Deutsche übersetzt hat, so hat er den gesamten christlichen Glauben für den modernen Menschen neu erschlossen. Es ist wunderbar, wenn wir das auch in unserer Gegenwart entdecken.

Es stimmt mich hoffnungsvoll, dass dieses Nachdenken in einem ganz ökumenischen Geist unternommen wird. Das Gedenken zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags sollte genutzt werden, um das Verbindende zu entdecken, das die Reformation allen Christen hinterlassen hat. Ich bin überzeugt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pilgerfahrt nach Rom genau davon angetrieben werden. Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch in Erfurt darum geworben, „Martin Luther als Scharnier zu verstehen, weil er zu beiden Kirchen gehörte", und er sagte: „Die Reformatoren haben die Reformation als Umkehr der Kirche zu Christus verstanden." In diesem Sinne ist die ganze Kirche stets zu reformieren, und diese Pilgerreise kann dazu ein wichtiger Beitrag sein. Darum wünsche ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Glück und Gottes Segen.

Dr. Reiner Haseloff
Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt